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FAKULTÄT FÜR LEBENSWISSENSCHAFTEN: LEBENSMITTEL, ERNÄHRUNG UND GESUNDHEIT

Lehrstuhl für Public Health Nutrition - Prof. Dr. Peter von Philipsborn

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Zuckerreduktion in Softdrinks

photo:sugar reduction in soft drinks

Softdrinks: Vergleich von Zuckerreduktions-Strategien

Süßgetränke gelten als ein wichtiger Faktor in der weltweiten Adipositas-Epidemie. Der Süßgetränke-Konsum ist in den vergangenen Jahrzehnten weltweit deutlich gestiegen. Wissenschaftliche Studien der höchsten Zuverlässigkeit zeigen, dass Süßgetränke das Risiko für Übergewicht und Adipositas erhöhen. Um negative Folgen für die Gesundheit zu vermeiden, ist es am besten, Süßgetränke durch ungesüßte Getränke wie z.B. Trinkwasser zu ersetzen. Daneben kann auch ein Absenken des Zuckergehalts von Getränken durch die Hersteller vorteilhaft sein. Verschiedene Länder haben gestaffelte Süßgetränkesteuern eingeführt, bei denen der Steuersatz mit dem Zuckergehalt steigt und so Anreize für ein Absenken des Zuckergehalts setzt. In Deutschland wurde dagegen mit der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten ein anderer Weg eingeschlagen. Dieser beruht auf unverbindlichen Reformulierungszusagen der Lebensmittelwirtschaft in Verbindung mit einem Monitoring durch das Bundesforschungsinstitut für Ernährung, das Max-Rubner-Institut.

In einem gemeinsamen Projekt mit der Technischen Universität München und der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) haben wir die Auswirkungen der deutschen Zuckerreduktionsstrategie für Süßgetränke untersucht und mit Großbritannien als internationales Good-Practice-Beispiel verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass die deutsche Strategie sowohl hinter ihren eigenen Zielen als auch hinter den Effekten der britischen Softdrink-Abgabe zurückbleibt. Außerdem haben wir die Auswirkungen gestaffelter Süßgetränkesteuern in vier europäischen Ländern – dem Vereinigten Königreich, Irland, Portugal und Frankreich – auf den durchschnittlichen, absatzgewichteten Zuckergehalt verkaufter Getränke analysiert. Die stärksten Effekte zeigten sich im Vereinigten Königreich, wo die Steuersätze am höchsten waren und begleitende Maßnahmen, wie z.B. Kommunikationskampagnen, umgesetzt wurden. In einem Anschlussprojekt untersuchen wir die Auswirkungen von Süßgetränkesteuern auf den Süßgetränkeabsatz und die Zuckerzufuhr aus Süßgetränken in weiteren Ländern.

Förderung: Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) und hochschuleigene Mittel

Projektpartner: Technische Universität München, Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK)

Laufzeit: seit 2022

Ausgewählte Publikationen

  • Leibinger A, Huizinga O, Emmert-Fees K, Pedron S, Laxy M, Rehfuess E, Burns J, von Philipsborn P: The impact of tiered soft drink taxes in Europe on mean sales-weighted sugar content of soft drinks: a quasi-experimental study. BMC Public Health 2025, 25(1):2106, https://doi.org/10.1186/s12889-025-23331-w

  • von Philipsborn P, Huizinga O, Leibinger A, Rubin D, Burns J, Emmert-Fees K, Pedron S, Laxy M, Rehfuess E.: Interim Evaluation of Germany’s Sugar Reduction Strategy for Soft Drinks: Commitments versus Actual Trends in Sugar Content and Sugar Sales from Soft Drinks. Annals of Nutrition and Metabolism 2023, 79 (3): 282–290, https://doi.org/10.1159/000529592

Verantwortlich für die Redaktion: Christine Williams

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